header1.jpg header2.jpg header3.jpg header4.jpg header5.jpg

Die Kirche

Die Geschichte, der Baustil und die Besonderheiten der Neu St. Thomä-Kirche in Soest.

Das Minoritenkloster, die erste Niederlassung der Franziskaner in Westfalen, wurde 1233 gegründet. Die heutige Kirche wurde Mitte des 14. Jahrhunderts als Predigerkirche mit einem langen Chor erbaut, der die Sitze der Mönche aufnahm. Die dreischiffige, gotische Hallenkirche besitzt drei Pfeilerpaare. Ein Turm fehlt wie bei allen Bettelordenkirchen. Die ehemaligen - inklusive Kreuzgang - wurden im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, die Kirche brannte völlig aus. Der Wiederaufbau fand von 1956 bis 1966 statt. Der Innenraum wirkt mit den weiten Pfeilerabständen und der Feingliedrigkeit der Bauteile lichtdurchflutet und weiträumig. Wegen der besonderen Akustik wird er gern für Orgelkonzerte und Musikaufführungen genutzt.

Offene Kirche

Immer mehr Kirchen sind auch an Wochentagen geöffnet. Sie laden ein, einzutreten. Sie regen an, den Kirchenraum mit seiner besonderen Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Auch die St. Thomä-Kirchengemeinde lädt Sie zu einem Besuch ihrer Kirche
dienstags bis freitags von 15:00 bis 18:00 Uhr und samstags von 11:00 bis 13:00 Uhr ein. 

 

Die Orgel

Karola und Dr.Wolf Kalipp stellen die historischen Orgeln und auch die aktuelle Schuke-Orgel in Neu-St-Thomä mit all ihren Details vor.

Von den historischen Orgeln der ehemaligen Minoritenkirche gibt es nur lückenhafte Dokumente. Die Akten sind größtenteils durch Bombenschäden im 2. Weltkrieg vernichtet worden. Die Archivalien des Soester Patroklidomes enthalten jedoch Hinweise über die Orgel des Minoritenklosters nach der Säkularisation von 1814.

Ein kürzlich aufgefundenes Foto aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und eine erhaltene Zeichnung von der Aufstellung des Instrumentes im Patroklidom geben Aufschluß über Disposition  in den Patroklidom und Aussehen des Instrumentes. Dieses stammte zweifellos aus der Werkstatt einer westfälischen Orgelbauerfamilie des 17. Jahrhunderts (Prospektmerkmale weisen auf die Orgelbauer Peter Henrich Varenholt/Bielefeld oder Johann Klausing / Herford hin) und wurde sicherlich noch vom bedeutendsten westfälischen Barockorgelbauer, Johann Patroclus Möller (1698-1772, in Soest geboren und seit 1721 in Lippstadt ansässig) gewartet, ggf. auch ergänzt bzw. umgebaut.
 

Weiterlesen ...

Taufstein in St-Thomä

Ich bin getauft auf deinen Namen . . .

Dieser Liedanfang eines Taufliedes aus unserem Evangelischen Gesangbuch fällt mir häufig ein, wenn ich die Thomä-Kirche betrete und mein Blick auf den Taufstein fällt, der im nördlichen Seitenschiff steht. Wie jeder Taufstein erinnert mich auch dieser an meine eigene Taufe und damit an die Zusage Gottes die jedem Getauften gilt: Du gehörst zu mir!

Weiterlesen ...

Altäre in St. Thomä

. . .und Preis und Dank zu seinem Altar bringen !

Wer in unserer Kirche Neu-St. Thomä durch den Mittelgang des hohen gotischen Raumes in  Richtung Chorraum geht, wird den Blick automatisch auf den granitnen Altar richten, der auf einem Podest direkt unter dem sogenannten Triumpfbogen steht. Dieser Altar hat seit der Wiederherstellung der Kirche vor 45 Jahren hier seinen Platz. Geschaffen hat diesen ca. 6 Tonnen schweren Tisch, bestehend aus Oberplatte und Sockel, der Steinmetzmeister Bartsch, der auch die Steine, die die Säulen ummanteln, zurecht gehauen hat.

Weiterlesen ...

Kanzeln in St. Thomä

Herr, tue meine Lippen auf . . .

dass mein Mund deinen Ruhm verkündige (Psalm 51,17). Wie oft mag dieser Satz als Bitte des Pastors vor einer  Predigt von einer der Kanzeln in unserer Kirche  Neu-St. Thomae zu hören gewesen sein? Die Kanzel ist ein wichtiger Ort in einer Kirche. Von hier aus wird der versammelten Gemeinde die Bibel ausgelegt und das Evangelium verkündigt. Von hier aus hat der Prediger auch einen guten Überblick auf seine Zuhörer und diese können ihn in der Regel auch gut sehen - und vor allem auch hören. Das gilt vor allem für Zeiten in denen die Kirche noch gut gefüllt ist.

In St. Thomae wird in der Regel vom Ambo, dem Lesepult, aus gepredigt. Der Prediger steht dabei nicht mehr zu sehr erhöht über der Gemeinde, er ist ihr näher. Nur bei Gottesdiensten an hohen Feiertagen wird die Kanzel noch benutzt. Wohl gemerkt, das gilt für unsere Kirche.

Im Laufe der Geschichte der ehemaligen Franziskanerkirche und seit dem die Thomae-Gemeinde sie in Besitz nahm, hat es mehrere Kanzeln gegeben. Im Inventarverzeichnis der ehemaligen Klosteranlage von 1812 wird eine Kanzel wie folgt erwähnt: „Kanzel in antikem antwerpschen Geschmack“. Diese ist nach der Auflösung des Klosters nach Wadersloh übertragen worden.

Als die Thomae-Gemeinde 1852 aus Alt-Thomae auszog nahm sie die dortige Kanzel mit. Sie wurde am südlichen Chorpfeiler aufgestellt und ging aber durch Bombenangriffe im 2. Weltkrieg verloren -  wie viele andere Inventarstücke auch. Die Kanzel war aus kräftigem Eichenholz und stammte aus dem Jahr 1593. Sie zeichnete sich aus durch kunstvolle Einlegearbeiten am Sockel und  an der Unterseite des Schalldeckels. In den Nischen der Kanzelbrüstung waren Brustbilder der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes gemalt, jeder mit einem Buch vor sich. Im aufgeschlagenen Buch des Evangelisten Markus ist zu lesen: Anno Domini 1593 – dazu der Name des Malers „ Matthias Knipping – Susaten“. Der Schalldeckel trug an sechs Seiten jeweils einen Bibelspruch, darunter auch den oben genannten.

Im Jahr 1957 war, im Zuge des Wiederaufbaus der stark zerstörten Kirche, der Chorraum als Gottesdienststätte für die Gemeinde wieder hergerichtet. Hier fand  eine von Hugo Kükelhaus entworfene Kanzel ihren Platz. Sie war aus altem, schwerem Eichenholz gefertigt, ganz im Stil der Kükelhaus´schen Gestaltungs- und Einrichtungsphilosophie. Bis zum Jahr 1967 diente sie als „Predigtstuhl“. Dann wurde sie an die Lukaskirche in Lippstadt-Hörste weitergegeben. Vor einigen Jahren kam sie in die St. Thomae-Kirche zurück. Sie steht etwas abseits auf der Orgelbühne. Einen richtigen Platz hat sie in der Kirche noch nicht gefunden.

Nach der Wiederherstellung des ganzen Kirchraumes ließ sich die Gemeinde eine, dem großen Raum angemessene Kanzel, anfertigen. Damit wurde der Schreinermeister Piraks beauftragt. Den Entwurf lieferte der Architekt H. Fischer. Die viereinhalb Zentner schwere Rundkanzel aus Eichenbohlen steht an der nördlichen Chorsäule auf einem Naturseinsockel. Einziger Schmuck sind die klammernden „Schwalbenschwänze“ unter der von einem schmiedeisernen Ring gehaltenen Brüstungsbohle. Gestiftet wurde die Kanzel von der Frauenhilfe der Thomaegemeinde, die dafür 10 Jahre lang Spenden gesammelt hatte.

Damit der Prediger in der ganzen Kirche gut verstanden wurde, war über der Kanzel ein ellipsenförmiger gewölbter Schalldeckel angebracht. Am Reformationstag 1967 wurde das neue Einrichtungsstück geweiht und der damalige Gemeindepfarrer Hans Sprenger predigte von hier aus der sicher froh gestimmten Gemeinde, denn nun war das Gotteshaus um ein schmuckvolles Inventarstück reicher.

Der Schalldeckel  ist vor einigen Jahren wieder entfernt worden, da die Predigten über eine Mikrophonanlage in den ganzen Kirchenraum übertragen werden.

Im Übrigen ist zu bemerken, dass in St. Thomae nicht „abgekanzelt“ wird, egal, ob der Prediger auf der Kanzel oder am Ambo steht. Gepredigt wird ganz im Sinne eines Bibelspruchs, der auch auf dem Schalldeckel der alten Thomae-Kanzel gestanden hat: Ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. (Matthäus-Evangelium Kapitel 10, Vers 20).

Günther Wiede

Grabplatten in St. Thomä

„ ... seliglich im Herrn entschlaffe hie begrave“, so lautet ein Teil der Umschrift auf dem Grabstein des Johann Klepping, Bürgermeister der Stadt Soest, verstorben am 16. Juli 1598. Diese und etwa 40 andere kunstvolle Steinplatten mit Namen, Daten und Inschriften bedecken den Boden des Chorraums unserer Kirche und zeugen von einer Bestattungskultur, die es heute so nicht mehr gibt.

Weiterlesen ...

Raum der Stille

Unser gotischer Kirchenraum birgt ein besonderes Kleinod, in das man über den Chorraum rechts eintreten kann: Die Sakristei-Kapelle mit buntverglasten Fenstern mit Evangeliumsmotiven, einem kleinen Altar mit Kerzenleuchtern, zwei Kruzifixen, das alles getragen von einer gotischen Mittelsäule. Über viele Jahrzehnte diente dieser Raum dem Predigerseminar als Kapelle. Seit 1999 haben wir des öfteren hier kleinere Gottesdienste gefeiert, sie aber auch als Sakristei und oft auch als praktische Requisitenkammer genutzt.

Weiterlesen ...

Benutzermenü

Herrnhuter Losung

Die Losung wird geladen...